Das Vorarlberger Rheintal ist durch dichte Bebauung und eine Knappheit von verfügbaren Baulandflächen gekennzeichnet. Als logische Konsequenz kommt dem Thema Nachverdichtung eine immer größere Bedeutung zu. Dieses Projekt ist eine mustergültige Nachverdichtung auf einen bestehenden Bungalow, die Energieeffizienz, qualitativ hochwertige Architektur, kostengünstiges Bauen sowie generationenübergreifendes Wohnen vereint.  Der Bauherr ist in dem Haus, in dem er heute mit seiner Frau und den zwei Kindern wohnt, aufgewachsen. Damals war dieses allerdings noch ein typischer Bungalow aus den 60er-Jahren, auf den nun sozusagen einen zweiter hölzernen gesetzt wurde. Direkt daneben wohnt in einem neuen Haus die Schwester des Bauherrn, der große gemeinsame Garten ist ein wunderbarer Spielplatz für die Kinder der beiden Familien, die auf diese Weise ohne großen Aufwand teilweise von den Großeltern oder von einem der Elternteile gemeinsam beaufsichtigt werden können. Ein Mehrwert für alle, der eventuell zu große Nähe mehr als wettmacht.  Das alte Haus blieb praktisch unangetastet, markant gibt das neu drauf gesetzte Volumen dem Gebäude ein neues Gesicht. Erschlossen wird das neue 124 m²große Wohndomizil durch eine schlichte, hölzern eingehauste Metallstiege. Allein auf der linken Seite verbindet eine Box, die wie der neue, vorgefertigte Holzriegelbau vertikal mit Latten aus Lärchenholz verkleidet ist, das Unten mit dem Oben. Die Eltern haben hier ihren Wintergarten, die darüber lebende junge Familie eine angenehm geschützte Terrasse mit grandiosem Ausblick.  Die Tragfähigkeit des Bestandsgebäudes war für eine Aufstockung problematisch. Mit der Konsequenz, dass die tragenden Wände von unten auch oben übernommen werden mussten. Der dadurch entstehende Gang war gestalterisch durchaus einschränkend. Diese Herausforderung wurde architektonisch durch die ungewöhnliche abgesetzte Dachform gemeistert.  Das Fast-Flachdach ist mit einem Pultdach raffiniert verschnitten, was sich angenehm bei der Raumhöhe von 3,80 Meter des mittig das ganze Haus durchpflügenden Gangs niederschlägt. Dieser wird durch großzügige Oberlichten gut beleuchtet. Der Koch- und Essbereich ist großzügig dimensioniert, öffnet sich durch riesige, dreifachverglaste Fenster talwärts bzw. zur 20 Quadratmeter großen, teilweise in den Baukörper hineingeschnittenen Terrasse. Von hier geht es auch zum intim hangwärts eigenisteten Wohnraum, der sich durch eine hölzerne Schiebetüre von einem kleinen Arbeitszimmer abtrennen lässt. Die Wände sind weiß verputzt, die Türen und Decken sind aus Weißtanne. Aus Eiche sind die Böden, außer im Gang bzw. Essbereich, die aus praktischen Erwägungen der Bauherren mit hellem Feinsteinzeug belegt wurden.  Für behagliche Wärme sorgt in dem Niedrigenergiehaus eine Fußbodenheizung, die gemeinsam mit dem Altbestand zentral mit Holz betrieben wird.  Trotz der vom Bauherrn geforderten günstigen Bauweise wartet das Gebäude mit zwei innovativen technischen Details auf: Die Trittschalldämmung wurde mit Sylomerlagern (der Bauherr ist beim Hersteller beschäftigt), welche üblicherweise im Bahnbau Anwendung finden, sichergestellt und übertraf die Erwartungen an das Produkt. Über die Oberlichten lässt sich in den Sommermonaten ein natürlicher Kamineffekt herstellen, der eine Überhitzung des Gebäudes verhindert.   Gesamthaft handelt e sich um einen Entwurf, welcher nicht beeindrucken muss, aber durch die Verbindung von Alt und Neu seinen besonderen Reiz entfaltet.   Fotos: Petra Rainer
       
     
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 Bestandsgebäude aus den 60ern vor Aufstockung
       
     
 Das Vorarlberger Rheintal ist durch dichte Bebauung und eine Knappheit von verfügbaren Baulandflächen gekennzeichnet. Als logische Konsequenz kommt dem Thema Nachverdichtung eine immer größere Bedeutung zu. Dieses Projekt ist eine mustergültige Nachverdichtung auf einen bestehenden Bungalow, die Energieeffizienz, qualitativ hochwertige Architektur, kostengünstiges Bauen sowie generationenübergreifendes Wohnen vereint.  Der Bauherr ist in dem Haus, in dem er heute mit seiner Frau und den zwei Kindern wohnt, aufgewachsen. Damals war dieses allerdings noch ein typischer Bungalow aus den 60er-Jahren, auf den nun sozusagen einen zweiter hölzernen gesetzt wurde. Direkt daneben wohnt in einem neuen Haus die Schwester des Bauherrn, der große gemeinsame Garten ist ein wunderbarer Spielplatz für die Kinder der beiden Familien, die auf diese Weise ohne großen Aufwand teilweise von den Großeltern oder von einem der Elternteile gemeinsam beaufsichtigt werden können. Ein Mehrwert für alle, der eventuell zu große Nähe mehr als wettmacht.  Das alte Haus blieb praktisch unangetastet, markant gibt das neu drauf gesetzte Volumen dem Gebäude ein neues Gesicht. Erschlossen wird das neue 124 m²große Wohndomizil durch eine schlichte, hölzern eingehauste Metallstiege. Allein auf der linken Seite verbindet eine Box, die wie der neue, vorgefertigte Holzriegelbau vertikal mit Latten aus Lärchenholz verkleidet ist, das Unten mit dem Oben. Die Eltern haben hier ihren Wintergarten, die darüber lebende junge Familie eine angenehm geschützte Terrasse mit grandiosem Ausblick.  Die Tragfähigkeit des Bestandsgebäudes war für eine Aufstockung problematisch. Mit der Konsequenz, dass die tragenden Wände von unten auch oben übernommen werden mussten. Der dadurch entstehende Gang war gestalterisch durchaus einschränkend. Diese Herausforderung wurde architektonisch durch die ungewöhnliche abgesetzte Dachform gemeistert.  Das Fast-Flachdach ist mit einem Pultdach raffiniert verschnitten, was sich angenehm bei der Raumhöhe von 3,80 Meter des mittig das ganze Haus durchpflügenden Gangs niederschlägt. Dieser wird durch großzügige Oberlichten gut beleuchtet. Der Koch- und Essbereich ist großzügig dimensioniert, öffnet sich durch riesige, dreifachverglaste Fenster talwärts bzw. zur 20 Quadratmeter großen, teilweise in den Baukörper hineingeschnittenen Terrasse. Von hier geht es auch zum intim hangwärts eigenisteten Wohnraum, der sich durch eine hölzerne Schiebetüre von einem kleinen Arbeitszimmer abtrennen lässt. Die Wände sind weiß verputzt, die Türen und Decken sind aus Weißtanne. Aus Eiche sind die Böden, außer im Gang bzw. Essbereich, die aus praktischen Erwägungen der Bauherren mit hellem Feinsteinzeug belegt wurden.  Für behagliche Wärme sorgt in dem Niedrigenergiehaus eine Fußbodenheizung, die gemeinsam mit dem Altbestand zentral mit Holz betrieben wird.  Trotz der vom Bauherrn geforderten günstigen Bauweise wartet das Gebäude mit zwei innovativen technischen Details auf: Die Trittschalldämmung wurde mit Sylomerlagern (der Bauherr ist beim Hersteller beschäftigt), welche üblicherweise im Bahnbau Anwendung finden, sichergestellt und übertraf die Erwartungen an das Produkt. Über die Oberlichten lässt sich in den Sommermonaten ein natürlicher Kamineffekt herstellen, der eine Überhitzung des Gebäudes verhindert.   Gesamthaft handelt e sich um einen Entwurf, welcher nicht beeindrucken muss, aber durch die Verbindung von Alt und Neu seinen besonderen Reiz entfaltet.   Fotos: Petra Rainer
       
     

Das Vorarlberger Rheintal ist durch dichte Bebauung und eine Knappheit von verfügbaren Baulandflächen gekennzeichnet. Als logische Konsequenz kommt dem Thema Nachverdichtung eine immer größere Bedeutung zu. Dieses Projekt ist eine mustergültige Nachverdichtung auf einen bestehenden Bungalow, die Energieeffizienz, qualitativ hochwertige Architektur, kostengünstiges Bauen sowie generationenübergreifendes Wohnen vereint.

Der Bauherr ist in dem Haus, in dem er heute mit seiner Frau und den zwei Kindern wohnt, aufgewachsen. Damals war dieses allerdings noch ein typischer Bungalow aus den 60er-Jahren, auf den nun sozusagen einen zweiter hölzernen gesetzt wurde. Direkt daneben wohnt in einem neuen Haus die Schwester des Bauherrn, der große gemeinsame Garten ist ein wunderbarer Spielplatz für die Kinder der beiden Familien, die auf diese Weise ohne großen Aufwand teilweise von den Großeltern oder von einem der Elternteile gemeinsam beaufsichtigt werden können. Ein Mehrwert für alle, der eventuell zu große Nähe mehr als wettmacht.

Das alte Haus blieb praktisch unangetastet, markant gibt das neu drauf gesetzte Volumen dem Gebäude ein neues Gesicht. Erschlossen wird das neue 124 m²große Wohndomizil durch eine schlichte, hölzern eingehauste Metallstiege. Allein auf der linken Seite verbindet eine Box, die wie der neue, vorgefertigte Holzriegelbau vertikal mit Latten aus Lärchenholz verkleidet ist, das Unten mit dem Oben. Die Eltern haben hier ihren Wintergarten, die darüber lebende junge Familie eine angenehm geschützte Terrasse mit grandiosem Ausblick.

Die Tragfähigkeit des Bestandsgebäudes war für eine Aufstockung problematisch. Mit der Konsequenz, dass die tragenden Wände von unten auch oben übernommen werden mussten. Der dadurch entstehende Gang war gestalterisch durchaus einschränkend. Diese Herausforderung wurde architektonisch durch die ungewöhnliche abgesetzte Dachform gemeistert.

Das Fast-Flachdach ist mit einem Pultdach raffiniert verschnitten, was sich angenehm bei der Raumhöhe von 3,80 Meter des mittig das ganze Haus durchpflügenden Gangs niederschlägt. Dieser wird durch großzügige Oberlichten gut beleuchtet. Der Koch- und Essbereich ist großzügig dimensioniert, öffnet sich durch riesige, dreifachverglaste Fenster talwärts bzw. zur 20 Quadratmeter großen, teilweise in den Baukörper hineingeschnittenen Terrasse. Von hier geht es auch zum intim hangwärts eigenisteten Wohnraum, der sich durch eine hölzerne Schiebetüre von einem kleinen Arbeitszimmer abtrennen lässt. Die Wände sind weiß verputzt, die Türen und Decken sind aus Weißtanne. Aus Eiche sind die Böden, außer im Gang bzw. Essbereich, die aus praktischen Erwägungen der Bauherren mit hellem Feinsteinzeug belegt wurden.

Für behagliche Wärme sorgt in dem Niedrigenergiehaus eine Fußbodenheizung, die gemeinsam mit dem Altbestand zentral mit Holz betrieben wird.

Trotz der vom Bauherrn geforderten günstigen Bauweise wartet das Gebäude mit zwei innovativen technischen Details auf: Die Trittschalldämmung wurde mit Sylomerlagern (der Bauherr ist beim Hersteller beschäftigt), welche üblicherweise im Bahnbau Anwendung finden, sichergestellt und übertraf die Erwartungen an das Produkt. Über die Oberlichten lässt sich in den Sommermonaten ein natürlicher Kamineffekt herstellen, der eine Überhitzung des Gebäudes verhindert.

Gesamthaft handelt e sich um einen Entwurf, welcher nicht beeindrucken muss, aber durch die Verbindung von Alt und Neu seinen besonderen Reiz entfaltet.

Fotos: Petra Rainer

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 Bestandsgebäude aus den 60ern vor Aufstockung
       
     

Bestandsgebäude aus den 60ern vor Aufstockung